Verkehrspolitik in Hamburg: Diese Logik soll man verstehen

30 km/h Zone

Die letzten Tage wurde Erstaunlicherweise vermeldet: Nicht Hamburg, sondern München ist die Stauhauptstadt Deutschlands. Selbstverständlich gehört die Hansestadt zu den den Staumetropolen der Bundesrepublik. Kein Wunder bei dem Sanierungstau der sich in den letzten Jahren angehäuft hat. Die Folge sind heute unzählige Baustellen. Jedoch eine ganz andere Baustelle ist die aktuelle Verkehrspolitik des Hamburger Senats. Denn seit wenigen Wochen gilt an vielen Hamburger Hauptstraßen 30 km/h ab 22:00 Uhr (hier eine Übersicht).

Eiffestraße wird wie andere Hauptstraßen in Hamburg nachts zur 30 km/h Zone
Eiffestraße wird wie andere Hauptstraßen in Hamburg ab 22 Uhr zur 30 km/h Zone. Foto: sicherer.info

Begründet wird dies mit Lärmschutz. Ob man das gut oder schlecht findet möge jeder für sich bewerten. Jedoch wie sieht es mit Straßen an Schulen aus? Konkretes Beispiel die Osterbrookschule an der Wendenstraße/Osterbrook (Hamburg-Hamm). Hier gilt immer noch 50 km/h und das 24 Stunden. Im Quartiersbeirat (Osterbrookviertel) wurde schon über die Einrichtung einer 30iger Zone diskutiert, jedoch ohne Erfolg. Höchstwahrscheinlich sieht es in vielen anderen Stadtteilen nicht anders aus.

Vor Hamburger Schulen werden keine 30iger Zonen eingerichtet!

Osterbrookschule in Hamburg-Hamm. Hier darf 24 Stunden 50 km/h gefahren werden.
Osterbrookschule in Hamburg-Hamm. Hier darf 24 Stunden 50 km/h gefahren werden. Foto: sicherer.info

Umso erstaunlicher ist es. wenn man als Bürger einen Antrag auf Einrichtung einer 30-Zone stellt. Denn die Innenbehörde verlangt eine Gebühr von 360 € für die Überprüfung des Antrags (siehe Abendblatt-Artikel). Es ist paradox vor Schulen, auch wenn es Brennpunktschulen sind, werden keine 30er-Zonen eingerichtet, jedoch auf Hamburgs Hauptverkehrsadern. Wer kann mir das erklären?